Online-Plattform kulturis

Unter dem Namen kulturis (Kultur in Südniedersachsen) wird seit Januar 2021 unter der Regie des Landschaftsverbands eine Plattform mit Veranstaltungskalender, Datenbank zu Kulturorten, digitalem Kulturmagazin und Online-Community aufgebaut. Ermöglicht wird das durch eine Zusammenarbeit mit dem Fachwerk5Eck und dem Landkreis Göttingen sowie eine Förderung des Bundes aus dem Programm „Heimat 2.0". Im Rahmen des Förderzeitraums soll der Aufbau der Plattform bis Ende 2023 abgeschlossen sein und kulturis anschließend in den Dauerbetrieb übergehen. Die Projektleitung hat beim Landschaftsverband Moritz Steinhauer übernommen.

Aktuell ist unter kulturis.online die noch auf der Vorgängerplattform KiSN basierende Webseite zu finden, die ab Ende April 2022 durch die neue kulturis-Plattform abgelöst werden soll.

Nachfolgend werden Hintergrundinformationen und die wichtigsten Stationen des Projektverlaufs dargestellt, das Aktuelle zuerst.

 

Was macht eigentlich die Projektleitung?

Eine Entwurfskizze (Wireframe) die die Verknüpfung zwischen mehreren Bereichen der Webseite verdeutlicht.
Eine Entwurfskizze (Wireframe) die die Verknüpfung zwischen mehreren Bereichen der Webseite verdeutlicht.

November 2021 – Kürzlich wurde mir die Frage gestellt, was ich als Projektleitung eigentlich gerade so mache, jetzt da das Entwickler-Team von CoWAIN seine Arbeit aufgenommen hat (siehe unten). Diese Frage eines Kulturschaffenden sorgte bei uns für Erheiterung, ist aber absolut nachvollziehbar. Denn nach außen ist nichts von alledem sichtbar, was die Projektleitung und das Entwickler-Team aktuell tun. Daher kommt hier ein keiner Einblick in den kulturis-Maschinenraum.

Alles hängt zusammen – aber wie?

kulturis wird nicht nur einen regionsweiten Veranstaltungskalender bieten, sondern auch – wie schon beim Vorgängerprojekt KiSN – einen Kulturatlas, der Kulturschaffenden und Vereinen ebenso die Möglichkeit bietet sich vorzustellen wie auch Veranstaltungsorten. Dazu kommen ein journalistisches Kulturmagazin und eine Online-Community die Tipps und Empfehlungen aussprechen und so auf spannende Kultur in der Region aufmerksam machen. All diese Daten werden miteinander verknüpft, sodass man z.B. bei einem Veranstaltungstermin gleich alle Informationen zum Veranstaltungsort und den Mitwirkenden findet, aber auch gleich bereits erschienene Magazinartikel und ausgesprochene Empfehlungen aus der Community sehen kann. Da viele der Daten über Schnittstellen zugeliefert werden sollen, stellen sich zudem Fragen wie: welche Daten brauchen wir? in welchem Format? wie gehen wir mit Dubletten um? All dies sind konzeptionelle Fragen, die aktuell geklärt werden, noch bevor die „eigentliche Webentwicklung” beginnt.

Generisch denken – und was bedeutet das für Südniedersachsen

kulturis ist ein Modellprojekt und wird – um es auch für andere Regionen nutzbar zu machen – als Open Source Projekt unter dem Namen OpenCulturas veröffentlicht werden. Die Herausforderung hierbei ist jedoch, gedanklich immer zu trennen, welche spezifischen Wünsche und regionalen Anforderungen wir für kulturis haben (etwa die Einbindung des VSN-Fahrplaners oder der Informationen von kulturimkreis.info) und welche generischen Anforderungen an ein solches Projekt gestellt werden. Da Open Source Software weltweit eingesetzt wird, muss OpenCulturas sowohl in Indien, als auch in Süddeutschland eingesetzt werden können und dies bedeutet nicht nur, dass die Entwicklungssprache Englisch ist, sondern das auch stets die Frage im Raum steht „was brauchen andere Regionen?”

Und was macht die Projektleitung?

Moritz Steinhauer fungiert hierbei als Mittler und Übersetzer zwischen allen Stakeholdern. Das sind in unserem Fall alle Menschen und Organisationen, die mit kulturis in Verbindung stehen (werden): Kulturinteressierte, Kulturschaffende, Tourismusbeauftragten, kommunale Verwaltungen, Fördermittelgeber und das Entwickler-Team von CoWAIN. Da gibt es viel zu klären und zu durchdenken, sodass uns zum Glück nie langweilig wird :-)

Transferwerkstatt in Einbeck

Gruppenfoto der Teilnehmenden der Transferwerkstatt.
Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek begrüßte die Teilnehmenden in der Multifunktionshalle.

November 2021 – Einmal im Jahr treffen sich alle im Rahmen des Programms Heimat 2.0 geförderten Modellprojekte, um gemeinsam zu arbeiten und sich auszutauschen. Dies geschah in diesem Fall auch erstmals in Persona und bot die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen. Zu den ursprünglich 12 Modellprojekten sind in der zweiten Staffel des Förderprogramms Heimat 2.0 weitere vier Projekte hinzugestoßen und so unterschiedlich diese auch sind, so eint sie alle, dass sie sich mit digitalen Lösungen in ländlichen Räumen beschäftigen.

Das Projektteam von kulturis lud am 4. / 5. November alle Modellvorhaben nach Einbeck in die Multifunktionshalle ein und gestaltete Teile des Rahmenprogramms. Zu Gast waren Stephan Luckow und Meike Jung vom Verein CMS Garden e.V. die Input und Workshops zum Thema Freie Software und Open Source Entwicklung gaben sowie Wiebke Schäfer die das Projekt Digitale Dörfer (Süd)Niedersachsen vorstellte. Im Rahmen eines abendlichen Stadtspaziergangs wurden die offene Druckerei „Druckerbande” im Druckerviertel und das neu wachgeküsste Alternativ-Kino Neu-Deli besucht. Olaf Martin (Geschäftsführer des Landschaftsverbands) moderierte die dort stattfindende Podiumsdiskussion zur Frage, was Kultur im ländlichen Raum besonders macht und sprach mit Jörg Bachmann (Kultur im Esel), Eckhart Hüser (Neu Deli), Martin Keil (Tangobrücke), und Volker Stix (Druckerviertel).

Start der Zusammenarbeit mit unserem Partner CoWAIN

Mitglieder der Entwickleragentur CoWAIN und kulturis-Projektleiter Moritz Steinhauer sitzen an einem Konferenztisch und tauschen sich aus.
Im Rahmen eines Kickoff-Treffens mit der Entwickleragentur CoWAIN in Berlin wurden alle Team-Mitglieder vernetzt und tauschten sich über Grundsatzfragen und Anforderungen an kulturis aus.

Oktober 2021 – Die Bieter unserer Ausschreibung hatten es uns nicht leicht gemacht und wir haben auf diesem Weg viele engagierte und professionelle Agenturen und ihre motivierten Teammitglieder kennengelernt, doch am Ende war unser Votum eindeutig: kulturis werden wir in Zusammenarbeit mit der Agentur CoWAIN (Company Without An Interesting Name) entwickeln! Die Berliner Agentur ist ein Geschäftsbereich der Gesellschaft zur Entwicklung von Dingen, welche sich nicht nur auf kreative Namensgebung versteht, sondern auch eine hohe Expertise in der Entwicklung von Webprojekten auf Basis des CMS Drupal besitzt. Die Themen Open-Source und Datenschutz sind fester Bestandteil der eigenen Identität und das Team überzeugte uns durch viele kreative Lösungsansätze, die kulturis bereichern werden. Am 19. Oktober reisten Geschäftsführer Olaf Martin und Projektleiter Moritz Steinhauer nach Berlin für ein erstes Präsenz-Kickoff-Meeting und lernten das komplette Team persönlich kennen. Einen Tag lang diskutierten wir, welche Funktionen prioritär umgesetzt werden und wie unsere Konzepte technisch realisiert werden.

Die kommenden Monate werden mit viel Konzeptions-, Design- und Entwicklungsarbeit gefüllt sein, sodass Anfang 2022 erste Beta-Tests stattfinden können. Wir sind voller Vorfreude auf die weitere Zusammenarbeit und im regen Austausch mit CoWAIN.

Zweite Sitzung des Projektbeirats und Erhöhung der Zuwendung um 130.000 Euro

Blick entlang der Bar-Theke auf eine große Fensterfront
Veranstaltungsraum im Industriedenkmal Eulenburg (Osterode a. H.). Foto: Ralf König | Bilder für die Region, CC-BY
Weitere Veranstaltungsorte werden bis Anfang 2022 fotografisch erfasst und später im kulturis-Atlas präsentiert.

September 2021 – Am 22. September fand die zweite virtuelle Sitzung des kulturis-Projektbeirats statt und es gab viel zu berichten. Das Vergabeverfahren war nahezu abgeschlossen, die Vertragsunterzeichnung mit dem geeignetsten Bieter stand kurz bevor. Zudem wurde die Beantragung einer Erhöhung der Zuwendung in Höhe von 130.000 Euro verkündet, welche erfreulicherweise einige Zeit später durch den Fördermittelgeber bewilligt wurde.

Und was folgt als Nächstes? Die Bildung eines Redaktionsteams für das kulturjournalistische kulturis-Magazin ist im vollen Gange. Anfang November werden alle im Rahmen von „Heimat 2.0" geförderten Modellprojekte in Einbeck zu einer zweitägigen Transferwerkstatt zu Gast sein, welche der Landschaftsverband ausrichtet. Die Recherche für die Datenbank der Kulturorte in Südniedersachsen wurde durch Heide Stock abgeschlossen und der Fotograf Ralf König hat damit begonnen, diese Kulturorte fotografisch zu erfassen. Die Mitglieder des Projektbeirats waren zudem im Rahmen von Arbeitsgruppen aktiv und haben wertvolle Hinweise zur Weiterentwicklung der Anforderungen an die kulturis-Plattform erarbeitet.

Ausschreibung der Webentwicklung für kulturis

Eine Entwurfskizze (Wireframe) für den kulturis-Atlas

Juli 2021 – In den vergangenen Wochen wurde von Projektleiter Moritz Steinhauer in Zusammenarbeit mit dem Team des Landschaftsverbands und der Beraterin Meike Jung der Agentur hexabinær die Vergabe des zentralen Auftrags für die Webentwicklung von kulturis vorbereitet und nun als Ausschreibung veröffentlicht. In einem Teilnahmewettbewerb werden Agenturen zur Interessensbekundung aufgerufen. Die Vergabe des Auftrags ist für Ende August geplant, im September sollen dann die „Bauarbeiten” beginnen.

Mit der Ausschreibungsvorbereitung gingen zudem viele konzeptionelle Weiterentwicklung und Präzisierungen einher. Die oben zu sehende Grafik stellt eine Entwurfsskizze (ein sog. Wireframe) für den kulturis-Atlas dar, welche in Zusammenarbeit mit der Agentur hexabinær entwicklet wurde.

Erste Sitzung des kulturis-Projektbeirats

April 2021 – Am 16. April fand die konstituierende Sitzung des kulturis-Projektbeirats statt. Die 20 Mitglieder aus Verwaltungen, Kulturbetrieben, Tourismus und Wirtschaftsförderung treffen sich quartalsweise und begleiten das Projekt kulturis beratend in einem konstruktiven Austausch. Ziel ist es, weitere Perspektiven in die Projektentwicklung mit einzubeziehen und Feedback zu geplanten Entwicklungsschritten zu erhalten. Bei diesem ersten virtuellen Treffen wurde unter anderem über Zukunftsvisionen für kulturis diskutiert.

kulturis-Sofa-Festival

März 2021 – Um den Auftakt von kulturis zu begleiten und Kulturschaffende trotz der anhaltenden Schließung von Veranstaltungslokalitäten sichtbarer werden zu lassen, fand auf kulturis.online vom 1. März bis zum 4. April das kulturis-Sofa-Festival statt. Über 70 Beiträge von Kulturschaffenden haben rund 2.000 Besucherinnen und Besucher erreicht und die Vielfältigkeit des Kulturangebots in der Region verdeutlicht.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über das gezeigte Programm oder sehen Sie sich direkt alle veröffentlichten Festival-Beiträge an.

Projektstart, Namensgebung und Erscheinungsbild

Januar 2021 – Bereits wenige Wochen nach dem Projektstart im Januar 2021 wurde der neue Name kulturis gefunden und ein Corporate Design in Auftrag gegeben. Die Agentur PoS Markenkommunikation entwickelte ein Corporate Design, welches einerseits an das neue Gestaltungsbild des Landschaftsverbands anknüpft und zugleich eine große Eigenständigkeit und einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Neben der Hauptfarbe Magenta wurden weitere Farben gewählt (siehe oben), die im weiteren Projektverlauf für die vielfälltigen Module von kulturis zum Einsatz kommen können.

Antragstellung und -bewilligung

Neue Fördermaßnahme im Rahmen des Bundesprogeamms Ländliche Entwicklung: Heimat 2.0 - setzt strukturschwache ländliche Räume auf die digitale Landkarte.

Juni bis Dezember 2020 – Mitte Juni reichte die Stadt Einbeck als Vertreterin des Fachwerk5Eck die erste Projektskizze für das Projekt mit dem Arbeitstitel „KiSN 2.0“ ein und wurde anschließend ausgewählt, einen Vollantrag einreichen zu dürfen. Dies geschah im Oktober 2020 und Anfang Dezember erhielt man die erfreuliche Mitteilung, dass der Antrag bewilligt wurde. Das Projekt wird bis Ende 2023 mit 465.000 Euro aus Bundesmitteln gefördert.

KiSN.de als Ausgangspunkt

2020 – Mitte 2020 wurde KiSN.de geschaffen, um Kultur trotz der Schließungen von Veranstaltungslokalitäten eine digitale Bühne zu bieten und deren Bedeutung hervorzuheben. Auf der Webseite stellen sich Kulturschaffende vor, geben Einblick in ihre Arbeit und verweisen auf Unterstützungsmöglichkeiten. Begleitet wurde das Webprojekt zudem durch eine Notförderung für Kulturschaffende. Über die perspektivischen Entwicklungsmöglichkeiten von KiSN.de wurde bereits bei dessen Veröffentlichung nachgedacht: Langfristig sollten Interessierte sich leichter über das reichhaltige Kulturangebot der Region informieren können.