Corona-Förderprogramm „Niedersachsen dreht auf“ und Kofinanzierung von „Neustart“-Zuschüssen

25.09.2020 – Update 28.10.2020 17:00 – Das Land Niedersachsen hat eine neues Programm zur Kofinanzierung der „Neustart“-Bundesmittel aufgelegt. Es umfasst ein Gesamtbudget von 10 Mio. € und soll es Kultureinrichtungen in Niedersachsen erleichtern, den erforderlichen Eigenanteil bei Bundesförderungen aufzubringen. Sofern bereits eine Zusage der Bundesförderung vorliegt, können ab sofort Anträge beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gestellt werden. Weitere Informationen sind auf den Internetseiten des MWK und zu „Neustart“ auf den Seiten der Bundesregierung zu finden.

Seit 25.09.2020 stehen vom Land Niedersachsen außerdem 10 Mio. € für die Förderung von Solo-Selbständigen und Kultureinrichtungen unter dem Titel „Niedersachsen dreht auf“ zur Verfügung. Dem Landschaftsverband werden zusätzliche Fördermittel in Höhe von zunächst 246.361 € bereitgestellt; wenn der gesamte Etat des Programms ausgeschöpft wird, würden sogar bis zu 500.000 € für die Landkreise Göttingen, Northeim und Holzminden zur Auszahlung kommen können. Förderfähig sind Projekte und Maßnahmen, die bis zum 31.12.2021 abgeschlossen sind. Das Programm gliedert sich in vier Linien: A für Kulturveranstalter, B für Einrichtungen der kulturellen Bildung, C für innovative Produktionen und Projekte, D für Solo-Selbständige im nichtöffentlichen Bereich. Gemeinnützigkeit ist keine Fördervoraussetzung. Öffentlich-rechtliche Körperschaften sind von der Förderung ausgeschlossen, sie ist beschränkt auf juristische Personen des Privatrechts sowie natürliche Personen. Kommunale und kirchliche Einrichtungen werden daher nur an der Förderung teilhaben können, wenn diese über einen Förderverein o. ä. durchgeführt wird. Es gilt eine Bagatellgrenze von 1.500 € (d. h. eine Förderung ist erst ab einem Förderbedarf von 1.500,01€ möglich). Anträge können ab sofort gestellt werden, der vorzeitige Maßnahmebeginn wird regelmäßig mit der Eingangsbestätigung genehmigt. Die Förderentscheidungen werden innerhalb von acht bis zehn Tagen mitgeteilt.

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Details zu Linie A und B:

A: Bezuschusst werden die Gagen-Verträge und Honorarvereinbarungen mit Künstlern und für die Veranstaltung wichtigen Dienstleistern (Stagehands, Tontechnik, Bühnenbau, Grafik, Pädagogik u. ä.) einschl. Technikmieten, Nebenkosten und Spesen mit bis zu 100 %. Antragsteller ist die ausführende Kultureinrichtung. Ein einzelner Antragsteller kann bis zu drei Anträge stellen, insgesamt aber maximal 30.000 € erhalten. Diese Linie A wird ausschließlich über die Landschaftsverbände abgewickelt.

B: Analog zu A können auch Einrichtungen der kulturellen Bildung Honorar-Zuschüsse erhalten, allerdings nur mit einer Förderquote von bis zu 60 %. Musikschulen, Kunstschulen u. ä. Einrichtungen beantragen die Förderung bei den Landschaftsverbänden, Einrichtungen der Erwachsenenbildung bei der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB).

Antragsberechtigt sind…

  • Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kulturangebot mit Sitz in in den Landkreisen Göttingen, Northeim oder Holzminden.
  • Juristische Personen des privaten Rechts oder natürliche Personen. Gemeinnützigkeit ist keine Fördervoraussetzung.

Eine Förderung ist ausgeschlossen…

  • von öffentlich-rechtlichen Körperschaften sowie von Einrichtungen, die vom Land institutionell oder vertraglich gefördert werden;
  • für Vorhaben, die bereits begonnen wurden.
  • für Einrichtungen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist, oder die zur Abgabe der Vermögensauskunft nach § 802c der Zivilprozessordnung oder § 284 der Abgabenordnung verpflichtet sind oder bei denen diese abgenommen wurde.
  • wenn ausschließlich die Förderung von Zirkus, Kino- oder Filmvorführungen beantragt wird.
  • Doppelförderungen aus Bundes- und Landesmitteln sind zu vermeiden. Landesmittel dürfen nur nachrangig oder zur Ko-Finanzierung von Bundesmitteln verwendet werden.

Gefördert werden…

  • Linie A: in der Regel 100% der Ausgaben die unmittelbar durch Vertragsabschlüsse mit Solo-Selbständigen oder Zusammenschlüssen von Solo-Selbständigen (z.B. Freie Theatergruppen, Bands, Ensembles, etc.) für ihre Beteiligung an kulturellen Veranstaltungen entstehen. Dazu zählen nicht nur Künstlerinnen und Künstler, sondern auch Solo-Selbständige, deren Mitwirkung notwendige Voraussetzung dafür ist, dass die Veranstaltung stattfinden kann (Techniker, Grafiker, Stagehands, etc.). Diese Personen müssen überwiegend im Bereich der Kultur oder der kulturellen Bildung aktiv sein.
  • Linie B: in der Regel 60% der Ausgaben die durch Vertragsabschlüsse mit Solo-Selbständigen oder Zusammenschlüssen von Solo-Selbständigen (z.B. Freie Theatergruppen, Bands, Ensembles, etc.) im Bereich der kulturellen Bildung entstehen. Dazu zählen nicht nur Künstlerinnen und Künstler, sondern auch Solo-Selbständige, deren Mitwirkung notwendige Voraussetzung dafür ist, dass die Veranstaltung stattfinden kann (Techniker, Pädagogen, etc.). Diese Personen müssen überwiegend im Bereich der Kultur oder der kulturellen Bildung aktiv sein. Die Verträge müssen eine Mindestlaufzeit von 4 Monaten haben.
  • Reise- und Übernachtungskosten sowie GEMA und KSK für die genannten Personen
  • Leihgebühren für Veranstaltungstechnik, sofern diese nicht Bestandteil der o. a. Honorare sind und die Technik für das Zustandekommen der künstlerischen Auftritte notwendig ist
  • nur Veranstaltungen, die öffentlich stattfinden
  • Veranstaltungen aller kultureller Sparten
  • angemessene Honorare (im Bereich der kulturellen Bildung in der Regel Stundensätze von mindestens 35,- €; Honorare gelten in der Regel nicht als angemessen, wenn sie für die Mitwirkung in einer kulturellen Veranstaltung ein Honorar in Höhe von mehr als 2.000 € vorsehen.)

Antragstellung erfolgt…


Details zu Linie C:

Diese Förderung gilt Projekten und Produktionen, „die die inhaltliche künstlerische Auseinandersetzung mit aktuellen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen zum Gegenstand haben und die sich durch eine hohe künstlerische Qualität auszeichnen“. Es soll sich um Neuproduktionen handeln, nicht um Wiederholungen oder Wiederaufnahmen. In Frage kommen alle Kultursparten. In Linie C sind nicht nur Honorare, sondern auch Sachkosten der Projekte förderfähig, die Förderquote liegt bei bis zu 90 %. Förderungen bis 7.999 € werden von den Landschaftsverbänden durchgeführt, von 8.000 bis 30.000 € beim MWK.

Antragsberechtigt sind…

  • Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kultur- und Bildungsangebot mit Sitz in den Landkreisen Göttingen, Northeim oder Holzminden.
  • Juristische Personen des privaten Rechts oder natürliche Personen. Gemeinnützigkeit ist keine Fördervoraussetzung.

Eine Förderung ist ausgeschlossen…

  • von öffentlich-rechtlichen Körperschaften sowie von Einrichtungen, die vom Land institutionell oder vertraglich gefördert werden;
  • für Vorhaben, die bereits begonnen wurden.
  • für Einrichtungen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist, oder die zur Abgabe der Vermögensauskunft nach § 802c der Zivilprozessordnung oder § 284 der Abgabenordnung verpflichtet sind oder bei denen diese abgenommen wurde.
  • Doppelförderungen aus Bundes- und Landesmitteln sind zu vermeiden. Landesmittel dürfen nur nachrangig oder zur Ko-Finanzierung von Bundesmitteln verwendet werden.

Gefördert werden…

  • in der Regel 90% der zuwendungsfähigen Ausgaben für das innovative Projekt
  • Projekte, „die die inhaltliche künstlerische Auseinandersetzung mit aktuellen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen zum Gegenstand haben und die sich durch eine hohe künstlerische Qualität auszeichnen“.
  • Neuproduktionen, keine Wiederholungen oder Wiederaufnahmen.

Antragstellung erfolgt…


Details zu Linie D:

Diese Linie wird ausschließlich vom MWK abgewickelt und adressiert Künstler, die bei nichtöffentlichen Veranstaltungen aktiv sind (z. B. Künstler oder Musikbands, die nur bei privaten Feiern auftreten). Der Antragsteller darf höchstens einen Antrag mit einer Gesamtsumme von maximal 30.000 € stellen.

Antragsberechtigt sind…

  • einzelne Solo-Selbständige, wenn sie ihren Sitz in Niedersachsen haben und darlegen, dass ihre kulturellen Aktivitäten in Niedersachsen erfolgen.
  • Solo-Selbständige, deren kulturelle Aktivitäten infolge der COVID-19-Pandemie ohne öffentlichen Förderung nicht möglich sind und hierdurch der Fortbestand ihrer kulturellen Aktivitäten gefährdet ist.

Eine Förderung ist ausgeschlossen…

  • von öffentlich-rechtlichen Körperschaften sowie von Einrichtungen, die vom Land institutionell oder vertraglich gefördert werden;
  • für Vorhaben, die bereits begonnen wurden.
  • für Einrichtungen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist, oder die zur Abgabe der Vermögensauskunft nach § 802c der Zivilprozessordnung oder § 284 der Abgabenordnung verpflichtet sind oder bei denen diese abgenommen wurde.
  • Doppelförderungen aus Bundes- und Landesmitteln sind zu vermeiden. Landesmittel dürfen nur nachrangig oder zur Ko-Finanzierung von Bundesmitteln verwendet werden.

Gefördert werden…

  • bis zu 90% der zuwendungsfähigen Ausgaben für die kulturelle Aktivität

Antragstellung erfolgt…