Nachruf auf Adolf Freiherr von Wangenheim

Porträtfoto Adolf Freiherr von Wangenheim mit dem Gr. Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens
A. Frhr. v. Wangenheim (2007)

Unter den vielen öffentlichen Funktionen, die Adolf Freiherr von Wangenheim im Laufe seines Lebens ausgefüllt hat, verdient sein ehrenamtliches Engagement für den Landschaftsverband Südniedersachsen besondere Erwähnung. Der 1989 gegründete Landschaftsverband Südniedersachsen e. V., der sich die Förderung des kulturellen Lebens in der Region zur Aufgabe gemacht hat, ist untrennbar mit dem Namen und dem Wirken Adolf v. Wangenheims verbunden. Die Gründung dieses Verbandes, dem die südniedersächsischen Landkreise, Städte und die historische Calenberg-Grubenhagensche Landschaft sowie Museen als Mitglieder angehören, lag ihm am Herzen. Seit 1994 war er Vorsitzender des Landschaftsverbandes. Zusammen mit Vorstand und Geschäftsführung hat er den Landschaftsverband zu einer wichtigen Säule regionaler Kulturförderung entwickelt.

Den Vorsitz hat er bis zu seinem 90. Lebensjahr mit bemerkenswerter Klarheit und Disziplin wahrgenommen, unterstützt von seinem Stellvertreter Landrat Bernhard Reuter und dem Geschäftsführer Olaf Martin. Bei der Verabschiedung vom Landschaftsverband 2017 wurde ihm hohe Anerkennung zuteil. Ministerpräsident Weil fand sehr persönliche Worte des Dankes für das gesamte Wirken Adolf v. Wangenheims im öffentlichen Leben in Niedersachsen.

Adolf Freiherr von Wangenheim, der 1927 in Waake geboren wurde, hat bis vor wenigen Jahren, also fast 90 Jahre auf dem familieneigenen Rittergut Waake gelebt. Er war verheiratet mit seiner Frau Huberta, geborene von der Leyen. Das Ehepaar hat zwei Töchter. Nachdem er in Waake den Generationenwechsel eingeleitet hatte, ist Adolf v. Wangenheim vor einigen Jahren in das GDA Wohnstift in Geismar gezogen, wo seine pflegebedürftige Frau Huberta bereits lebte. Der Wechsel aus dem schönen Haus in Waake war für ihn sicherlich eine enorme Zäsur. Ich fand es bewundernswert, mit welcher Haltung und Konsequenz er diese Veränderung herbeigeführt hat. Nach einem Sturz im Juli dieses Jahres lag er längere Zeit im Evangelischen Krankenhaus Weende. Ich habe ihn als sein Patensohn bis zuletzt besucht. Seine Kräfte schwanden und er konnte sich trotz seiner Disziplin von diesem Unfall nicht erholen und ist schließlich am 18. September 2020 gestorben.

Mit ihm ist ein Mensch von uns gegangen, der in seinem breiten, vielfach ehrenamtlichen Engagement in Gesellschaft, Kirche und Staat eindrucksvolles Vorbild war.

Dr. Peter Götz von Olenhusen, Vorsitzender des Landschaftsverbandes Südniedersachsen