Investitionsförderprogramm des Landes

17.07.2019/aktualisiert 05.08.2019 – Nach ähnlichen Vorläuferprogrammen in den Jahren 2012/2013 sowie 2017 gibt es nun erneut ein besonderes Förderprogramm des Landes für Investitionen in kleinen Kultureinrichtungen. Die Landtagsabgeordneten der Regierungskoalition haben in der „Politischen Liste“ des Haushaltsplans 2019 insgesamt 2,5 Mio. € für diesen Zweck reserviert. Das Förderprogramm wendet sich an Kultureinrichtungen, die ehrenamtlich arbeiten oder über max. drei hauptamtliche Vollzeitstellen verfügen, sowie an Theater(gruppen) mit nicht mehr als fünf eigenen Inszenierungen im Jahr. Antragsberechtigt sind juristische Personen des privaten Rechts (z. B. e. V., GbR, GmbH). Förderfähig sind bauliche Maßnahmen und die Beschaffung von Inventar (z. B. Computer, Tontechnik, Bühnentechnik, Vitrinen). Der Förderbetrag kann zwischen 1.000 und 200.000 Euro liegen, die Förderquote bis zu 75 % der geplanten Projektkosten umfassen; ob die verbleibenden 25 % aus Eigenmitteln oder durch weitere Zuschüsse finanziert werden, ist unerheblich. Das Förderprogramm wird zweigeteilt: Landesweit 1,5 Mio. € werden über die Landschaftsverbände vergeben; diese Förderlinie 1 gilt für Beträge zwischen 1.000 und 25.000 €. Die Zuschussbeträge der Förderlinie 2 liegen zwischen 25.000 und 200.000 €, hier erfolgen Antragstellung und Entscheidung direkt beim Niedersächsischen Kulturministerium (MWK). [Ausschreibung, PDF 43 KB]

Förderlinie 1, Anträge von 1.000 bis 25.000 €: Dem Landschaftsverband Südniedersachsen stehen hierfür ca. 100.000 € zur Verfügung, er ist für die Landkreise Göttingen, Northeim und Holzminden zuständig. Antragsteller im Landkreis Goslar müssen sich an den Regionalverband Harz, im Landkreis Hildesheim an den Hildesheimer Landschaftsverband wenden. Beim Landschaftsverband Südniedersachsen teilen Interessenten bis zum 30.09.2019 formlos mit, dass und wofür sie eine Förderung wünschen. Bis zum 31.12.2019 muss ein vollständiger Antrag mit allen erforderlichen Unterlagen gemäß den Förderkriterien vorliegen. Die Förderentscheidung wird Anfang Februar 2020 mitgeteilt. [Förderkriterien Linie 1, PDF 205 KB]

Förderlinie 2, Anträge von 25.000 bis 200.000 €: Anträge müssen bis zum 30.09.2019 online beim MWK eingereicht werden. Zuvor ist eine Kontaktaufnahme und Beratung beim Landschaftsverband zu empfehlen. Die Förderentscheidung wird vom MWK voraussichtlich im Dezember 2019 mitgeteilt. [Förderkriterien Linie 2, PDF 100 KB]


Weiterführende Informationen

1. Ausgeschlossen ist die Förderung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften (z. B. Stadt, Gemeinde, Landkreis, Kirchengemeinde). Grundsätzlich möglich ist jedoch die Antragstellung durch einen Förderverein, der einer solchen Körperschaft zugeordnet ist (z. B. Förderverein für ein kommunales Museum oder eine Stadtbücherei). Die mit einem solchen Zuschuss getätigte Investition muss jedoch im Eigentum des Fördervereins sein bzw. für die Zweckbindungsfrist bleiben.

Förderlinie 1:

2. Für die Förderlinie 1 (Anträge von 1.000 bis 25.000 Euro) reicht es zunächst aus, den Landschaftsverband Südniedersachsen bis zum 30.09.2019 per E-Mail über das Förderinteresse zu informieren. Der Maileingang wird bestätigt und hierbei regelmäßig der vorzeitige Maßnahmebeginn genehmigt; ab dem Datum des Maileingangs können also für das Projekt Zahlungsverpflichtungen eingegangen werden – selbstverständlich auf eigenes Risiko, solange keine verbindliche Förderzusage vorliegt. Dieser Kurzantrag muss noch nicht die Anforderungen der Förderkriterien für dieses Programm erfüllen; eine knappe Projektbeschreibung, grobe Schätzung der Gesamtkosten und die gewünschte Zuschusshöhe reichen.

3. Zu beachten ist, dass der Landschaftsverband in der Regel Zuschüsse entweder in der beantragten Höhe vergibt oder ganz ablehnt. Daraus folgt im Umkehrschluss: Je niedriger ein Zuschusswunsch ist, desto höher ist (rein statistisch gesehen) die Wahrscheinlichkeit einer Zusage.

4. Bis Ende Oktober 2019 erfolgt bei allen Antragstellern eine Rückmeldung und Mitteilung, welche Unterlagen für den vollständigen Antrag noch erforderlich sind. Lässt sich bereits zu diesem Zeitpunkt erkennen, dass für das Vorhaben keine Förderchancen bestehen, wird von der Abgabe des förmlichen Antrags abgeraten. Der ausführliche Antrag mit allen nötigen Unterlagen muss dann bis zum 31.12.2019 beim Landschaftsverband vorliegen.

5. Ja nach Art des geplanten Vorhabens muss der vollständige Antrag die folgenden Unterlagen enthalten:

  • Kurze Textbeschreibung der Maßnahme (incl. Begründung, Zielsetzung, Zeitplan)
  • Finanzierungsplan
  • Kostenplan
  • Auszug aus Vereins- oder Handelsregister (Kopie) mit aktueller Satzung
  • mindestens 3 Kostenvoranschläge oder Angebote für die investive Maßnahme

…zusätzlich bei baulichen Maßnahmen:

  • Fotos vom geplanten Umbau- oder Investitionsbereich
  • Kostenschätzung eines Architekten nach DIN 276
  • Bauzeichnung

…falls der Antragsteller bei baulichen Maßnahmen nicht Eigentümer der Immobilie ist:

  • Miet- oder Pachtvertrag (Kopie)
  • Zustimmung des Eigentümers zu der geplanten Baumaßnahme

Falls für die Baumaßnahme eine förmliche Baugenehmigung erforderlich ist, kann diese auch nachgereicht werden (Kopie). Vor einer schriftlichen Förderzusage muss diese jedoch vorliegen.

6. Die Förderentscheidungen werden voraussichtlich bis Anfang Februar 2020 getroffen und dann den Antragstellern umgehend mitgeteilt. In der Regel wird die Förderung die Form einer Festbetragsfinanzierung haben.

7. Die Auszahlung des Zuschusses und nach Möglichkeit auch der Abschluss des geförderten Projekts sollte bis zum 31.12.2020 erfolgen.

Förderlinie 2:

8. Für die Förderlinie 2 (Anträge von 25.000 bis 200.000 Euro) müssen Anträge bereits bis zum 30.09.2019 vollständig, d. h. mit allen erforderlichen Unterlagen und entsprechend den Förderkriterien eingereicht werden. Die Antragstellung erfolgt direkt und online beim MWK. Der Landschaftsverband ist an dem Antrags- und Entscheidungsverfahren nicht beteiligt, hat aber die Möglichkeit zu einer begleitenden Stellungnahme.

9. Antragstellern der Förderlinie 2 ist zu empfehlen, den Landschaftsverband und die für sie zuständigen Landtagsabgeordneten über den Antrag zu informieren. Der Landschaftsverband Südniedersachsen bietet auch hier eine Beratung zur Antragsstellung an, sofern es sich nicht um bautechnische Fachfragen handelt.