Investitionsförderung


Stand: 20.08.2020 12:00 – Auch 2020 gibt es ein besonderes Förderprogramm des Landes für Investitionen in kleinen Kultureinrichtungen. Die Landtagsabgeordneten der Regierungskoalition haben in der „Politischen Liste“ des Haushaltsplans 2020 insgesamt 2,5 Mio. € für diesen Zweck reserviert.

Schnellzugriff:


Überblick:

Antragsberechtigt sind Kultureinrichtungen, die als juristische Personen des privaten Rechts (z. B. e. V., GbR, GmbH) organisiert sind und

  • ehrenamtlich arbeiten oder
  • über max. drei hauptamtliche Vollzeitstellen bzw. in der Summe 3,0 Vollzeit-Äquivalente verfügen,

sowie

  • Theater(gruppen) mit nicht mehr als fünf eigenen Inszenierungen im Jahr.

Förderfähig sind

  • bauliche Maßnahmen (auch Neubauten),
  • die Beschaffung von Inventar (z. B. Computer, Film- und Tontechnik, Bühnentechnik, Vitrinen) und
  • die Erstellung von Homepages, Imagefilmen oder ähnlichen digitalen „Objekten“, die auf die Einrichtung als Ganzes bezogen sind.

Der Förderbetrag kann zwischen 1.000 und 100.000 Euro liegen.

Die Förderquote sollte maximal 75 % der geplanten Projektkosten umfassen; ob die verbleibenden 25 % aus Eigenmitteln oder durch weitere Zuschüsse finanziert werden, ist unerheblich.

Eine Kombination mit anderen Projektzuschüssen des Landes und des Landschaftsverbandes ist nicht möglich. Kultureinrichtungen, die eine institutionelle Förderung des Landes oder eine Strukturförderung des Landschaftsverbandes erhalten, können jedoch Anträge stellen.

Das Förderprogramm ist zweigeteilt worden: Landesweit 1,5 Mio. € werden über die Landschaftsverbände vergeben; diese Förderlinie 1 gilt für Beträge zwischen 1.000 und 25.000 €. Die Zuschussbeträge der Förderlinie 2 liegen zwischen 25.000 und 100.000 €, hier erfolgen Antragstellung und Entscheidung direkt beim Niedersächsischen Kulturministerium (MWK).

Siehe hierzu auch die Ausschreibung des Förderprogramms durch das Nds. Kulturministerium (MWK) vom 14.05.2020 [PDF].

 


Förderlinie 1 – Anträge von 1.000 bis 25.000 €:

Die Antragsfrist ist abgelaufen, das Budget in der Linie 1 ausgeschöpft (siehe Liste der geförderten Projekte). Die folgenden Informationen dienen nur noch der nachträglichen Kenntnisnahme.

Antragstellung

Dem Landschaftsverband Südniedersachsen stehen hierfür 108.688,82 € zur Verfügung, er ist für die Landkreise Göttingen, Northeim und Holzminden zuständig. Antragsteller im Landkreis Goslar müssen sich an den Regionalverband Harz, im Landkreis Hildesheim an den Hildesheimer Landschaftsverband wenden. Beim Landschaftsverband Südniedersachsen können Anträge

bis Pfingstsonntag 31. Mai 2020 um 24:00 Uhr

eingereicht werden. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags per E-Mail an gst[at]landschaftsverband.org.

Für den Antrag steht ein Formular zur Verfügung, das verwendet werden kann, aber nicht muss; entscheidend ist, dass dem Landschaftsverband die dort gewünschten Informationen und Daten übermittelt werden. Die elektronische Übersendung des Antrags und der Anlagen ist ausreichend. Falls der Antragsteller nicht über eine elektronische Signatur verfügt, muss lediglich das unterschriebene Formular bzw. Anschreiben per Fax oder Briefpost dem Landschaftsverband zugestellt werden.

Es werden keine vermischten Vorhaben akzeptiert, die Anträge können nur für 1 Maßnahme oder Beschaffung gestellt werden. Wenn eine sinnvolle oder funktionsfähige Investition aus mehreren technischen Komponenten bestehen muss (z. B. Lautsprecher, Verstärker, Mischpult für Audiotechnik), gilt dies selbstverständlich als 1 Maßnahme.

Dem Antrag sollten mindestens drei Kostenvoranschläge für die geplante Investition beigefügt sein. Hierfür reichen Bildschirmfotos von den Seiten entsprechender Internetanbieter, aus denen das Datum der Preisabfrage hervorgeht. Wenn die Investition aus mehreren Komponenten besteht, die von 1 Händler bezogen werden können, reichen drei Kostenvoranschläge von drei Händlern über jeweils die Gesamtliste der Komponenten aus; es müssen nicht für jedes Einzelteil Preisvergleiche eingeholt werden. Für Komponenten, deren Anschaffungspreis voraussichtlich unter 400 € liegt, müssen keine Kostenvoranschläge eingeholt werden. Wenn das Einholen von drei Vergleichsangeboten mit vertretbarem Aufwand nicht möglich ist, sollte dies kurz erläutert werden. Insbesondere bei sehr umfangreichen oder aufwändigen Kostenermittlungen reicht für den Antrag zunächst eine Kostenschätzung; im Falle einer positiven Förderentscheidung müssen dann drei Kostenvoranschläge nachgereicht werden, sie sind Voraussetzung für die verbindliche schriftliche Zusage.

Innerhalb von zwei bis drei Werktagen wird von der Geschäftsstelle eine Eingangsbestätigung verschickt und regelmäßig der vorzeitige Maßnahmebeginn genehmigt. Der Antragsteller kann also ab diesem Datum auf eigenes Risiko Zahlungsverpflichtungen eingehen und mit der investiven Maßnahme beginnen.

Anträge auf Zuschüsse in geringer Höhe werden bevorzugt, Zuschusswünsche von über 10.000 Euro werden nachrangig behandelt.

Förderentscheidung

Der Vorstand des Landschaftsverbandes wird gemäß der Ausschreibung und den Kriterien des Landesprogramms bei jedem Vorhaben prüfen, ob und wie weit dieses jeweils zur

  • Gewährleistung des Kulturbetriebs der Einrichtung,
  • Stärkung des ehrenamtlichen Engagements,
  • Verbesserung der inhaltlichen Qualität kultureller Darbietungen,
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Besucher beiträgt und
  • ob die Bezuschussung ein effizienter Mitteleinsatz wäre.

Beachte: Es ist gut, wenn ein Vorhaben mehrere dieser Kriterien erfüllt, aber kein Antrag muss alle Kriterien erfüllen!

Die Kriterien werden in dieser Rangfolge gewichtet und jeder Antrag entsprechend bepunktet. Die absteigend nach Punktsummen sortierten Anträge erhalten eine Zusage, bis der Etat ausgeschöpft ist.

Der genaue Beratungstermin für die Anträge steht derzeit noch nicht fest. Die Antragsteller werden frühestens am 19. Juni und spätestens am 23. Juli 2020 über die Förderentscheidung informiert.

 


Förderlinie 2 – Anträge von 25.000 bis 100.000 €:

Anträge können ab dem 1. Juni 2020 und

bis zum 15. September 2020

beim MWK mittels eines PDF-Formulars eingereicht werden, siehe dort für weitere Informationen. [Aktualisierung:] Das frühere Online-Antragsverfahren wurde deaktiviert, da schwerwiegende Sicherheitslücken aufgetreten waren. Die Antragsfrist wurde von ursprünglich 31.08. auf 15.09.2020 verlängert. [/Aktualisierung] Für die Förderfähigkeit gelten die Förderkriterien der Linie 2. Auskunft zum Antragsverfahren gibt Frau Ina Farwick: Telefon 0511 120-2422, E-Mail ina.farwick[at]mwk.niedersachsen.de.