Forscher finden NS-Raubgut in Museen – und nun?

Funde werden im StadtMuseum Einbeck vorgestellt und diskutiert

05.11.2019 – Clara Plaut aus Hemmendorf wurde 1942 deportiert. In der Wohnung der jüdischen Frau blieben „ein Nussknacker, Sofakissen und ein Paket Bücher“ zurück – so hielt das die Polizei damals im Protokoll fest. Eines dieser Bücher kam über Umwege in das Museum Alfeld an der Leine. Dort entdeckte es in diesem Jahr der Provenienzforscher Dr. Christian Riemenschneider vom Landschaftsverband Südniedersachsen. Was soll nun damit passieren?

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Podiumsdiskussion in Einbeck, von links: Jan Fragel, Moderator; Drs. Edward van Voolen, Rabbiner in Göttingen und Potsdam sowie Kurator; Dr. Silke Reuther, Provenienzforscherin Museum Kunst und Gewerbe Hamburg; Dr. Marcus Kenzler, Provenienzforscher Landesmuseum Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg; Dr. Johannes Schwartz, Provenienzforscher Museen für Kulturgeschichte Hannover; Dr. Angela Jannelli, Kuratorin Historisches Museum Frankfurt am Main; Anja Gubelmann M.A, Kunsthistorikerin, Zürich (Foto: Claudia Andratschke)

Die Überprüfung der Herkunft von Objekten in südniedersächsischen Museen – Provenienzforschung genannt – führte in den vergangenen vier Jahren zu einer Reihe solcher Funde. 50 Fachleute befassten sich nun auf einer Tagung im Stadtmuseum Einbeck mit der Frage, wie mit solchen Erkenntnissen und Objekten umzugehen ist. Bei der Forschung, die vom Landschaftsverband Südniedersachsen koordiniert wird, geht es meist nicht um wertvolle Kunstwerke, sondern um alltägliche Dinge: Bücher aus jüdischen Familien, Fahnen von Arbeitervereinen oder Möbel von Freimauererlogen, die die Nationalsozialisten beschlagnahmt hatten, kommen dabei ans Licht.

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