Was bedeutet eigentlich „Landschaft“?

Der Begriff „Landschaft“ meint ursprünglich die Vertretung der drei Stände Adel, Klerus und Stadtbürgertum gegenüber dem Landesherrn; später kamen auch die Bauern hinzu. Die Landschaften stellten seit dem Mittelalter Vorläufer unserer heutigen Parlamente dar. Durch die zunehmende Machtfülle der Landesherrn und territoriale Veränderungen verloren sie im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts ihren politischen Einfluss. Stattdessen nahmen sie immer mehr die sozialen und kulturellen Belange in ihren Regionen wahr. Bis heute existieren in Niedersachsen sieben solcher historischer Landschaften. Zu ihnen gehört auch die Calenberg-Grubenhagensche Landschaft, deren Gebiet die größten Teile der heutigen Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode am Harz umfasst. Von ihr ging die Initiative zur Gründung des Verbandes aus. Man übernahm bewusst den Begriff „Landschaft“ in den Vereinsnamen, um damit an die Tradition einer eigenständigen Regionalkultur anzuknüpfen. In Niedersachsen gibt es fast flächendeckend zwölf weitere solcher „moderner“ Landschaften und Landschaftsverbände.


Weitergehende Informationen

landschaften.de
Homepage der sechs historischen hannoverschen Landschaften

„Alte und neue Landschaften in Niedersachsen“ (PDF-Datei)
Vortrag von Adolf Frhr. von Wangenheim auf dem Klosterkammertag am 07.09.1993

„Landtag und Landstände – Vorformen des Parlamentarismus“ (PDF-Datei)
Vortrag von Prof. Dr. Ernst Schubert (Institut für Historische Landesforschung der Georg-Universität Göttingen) am 07.04.2005 in Hannover, „Tag der Landesgeschichte“

Artikel in der Online-Enzyklopädie „Wikipedia“: