Landschaftsverband Suedniedersachsen

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Auswahl und Kommentierung von Ergebnissen der Evaluierung durch die Universität-Gesamthochschule Kassel (GhK)

von Olaf Martin, Landschaftsverband Südniedersachsen

Projektverlauf 1996 bis 1999

ab Juni 1996: Kontakt und Gespräche mit Prof. Hellstern

4. März 1997: Projektbeginn

17./18. April 1997: Tagung in Uslar-Volpriehausen

Frühjahr/Sommer 1997: Diplomarbeit Sylvia Gnad, Auswertung der LVS-Förderung 1996

13. Januar 1998: Abschluss eines Forschungs- und Entwicklungs-Vertrages mit der GhK

Frühjahr 1998: Gerhard Panzer führt die Arbeit fort, Auswertung der LVS-Förderung 1997

Mai/Juni 1998: Befragung von Projektträgern und Förderern

Frühjahr 1999: Erste Zwischenergebnisse werden vorgelegt

Sommer 1999: Auswertung der LVS-Förderung 1998 und 1999

11. November 1999: Abschlusstagung in Göttingen

Auswirkungen der Förderung von Projekten und der Ablehnung von Anträgen

Zu den interessantesten Ergebnissen gehören jene Daten, die aus der Befragung von Zuschussempfängern zum Thema Förderwirkung gewonnen wurden:

n = 89 Ja, voll-ständig

Ja, teil-weise

Nein

Keine Angabe

Bei erfolgter Förderung: Wären die Kulturprojekte auch ohne Förderung durchgeführt worden?

3 %

44 %

38 %

15 %

Bei abgelehnter Förderung: Konnten diese Projekte trotzdem realisiert werden?

15 %

44 %

16 %

26 %

Bei erfolgter Förderung: Welche Auswirkungen hatte die Förderung auf die Realisierung Ihrer Projekte? Bei abgelehnter Förderung: Wenn die abgelehnten Projekte trotzdem realisiert werden konnten, mit welchen Konsequenzen?

1=Stets 2=Häufig 3=Manchmal,4=Selten 5=Nie (Arithmetisches Mittel aus Angaben der Befragten)

Angebot von mehr Projekten 2,8 Weniger Kulturprojekte 2,5
Erweiterung des Projektumfangs 2,5 Projekt findet reduziert statt 2,8
Qualitätssteigerung der Projekte 1,7 Qualitätseinschränkung des Projektes 3,3
Räumliche Ausweitung der Aktivität 3,6    
Angebote in anderen Kultursparten 4,0    
Mehr Werbung für die Veranstaltung 2,9 Weniger Werbung 3,1
Einladung populärer Künstler 2,9 Einladung weniger populärer Künstler 3,3
Senkung der Eintrittspreise 3,2 Erhöhung der Eintrittspreise 3,3
Höhere Besucherzahlen 3,1 Geringere Besucherzahlen 3,7
Erhöhung der Künstlergagen 4,0 Senkung der Künstlerhonorare 3,2
    Verschiebung auf späteren Zeitpunkt 3,9
Sonstiges 1,0 Sonstiges 3,0

Zwar sind diese Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren, da sie auf einer Selbsteinschätzung der Betroffenen beruhen und nicht auf empirisch überprüfbaren Daten aus Projektbeobachtungen. Sie deuten jedoch an, was projektbezogene Kulturförderung eher nicht beeinflusst - nämlich die Höhe der Eintrittspreise und der Künstlergagen - und was sie tendenziell bewirkt, sofern sie gewährt wird: eine Ausweitung des Projekts, also eine Vermehrung des Angebots. Der Befund zu einer Qualitätssteigerung bzw. -minderung des Projekts ist so uneinheitlich, dass er eher als das Echo eines Werturteils gesehen werden muss: "Qualität ist immer erstrebenswert und deren Minderung immer zu vermeiden...". Überraschenderweise ist die Förderung jedoch für das Zustandekommen des Projekts als solchem oft nicht so entscheidend, wie meist angenommen wird; nur 16 % der Befragten berichteten, dass in diesen Fällen ihr Vorhaben nicht verwirklicht wurde. Dieses Befragungsergebnis bei den Veranstaltern deckt sich mit dem projektbezogenen Untersuchungsergebnis aus der ersten Evaluierungsphase von Sylvia Gnad, wo nur 9 von 52 abgelehnten Projekten nicht verwirklicht werden konnten.

In Frage zu stellen ist aber auch die Annahme marktgegebener, unbeeinflussbarer Eintrittspreise. Einzelerfahrungen aus Förderprojekten der letzten Jahre zeigen, dass eine moderate oder stufenweise Erhöhung der Eintrittspreise durchaus vom Publikum akzeptiert wird und zu einer höheren Kostendeckung beitragen kann; allerdings liegen auch hier keine wirklich verlässlichen Erkenntnisse vor, zumal sich die Verhältnisse in den einzelnen Kultursparten und an den verschiedenen Orten stark unterscheiden.

Aus Sicht des Auftraggebers: Erfüllte und unerfüllte Erwartungen

Misst man die Ergebnisse an den ursprünglichen, die Evaluierung leitenden Fragestellungen, sieht die Bilanz eher bescheiden aus:

Fragestellung: Wie hoch ist der Input an Kulturförderung für einen definierten Teilbereich des regionalen Kulturlebens?
Ergebnis: Geklärt für definierten Teilbereich "Zuschussempfänger des LVS in 96 bis 99"

Fragestellung: Wie hoch sind die Anteile
- der Eigenmittel des Trägers,
- der Eintrittseinnahmen,
- der verschiedenen Förderzuschüsse?
Ergebnis: Ungeklärt, weil mit vertretbarem Aufwand nicht zu ermitteln

Fragestellung: Lassen sich bei geförderten Projekten gemeinsame inhaltliche Schwerpunkte erkennen?
Ergebnis: Ungeklärt, weil nicht untersucht

Fragestellung: Welche überörtlich tätigen Kulturförderer haben in einem definierten Teilbereich des regionalen Kulturlebens wieviel DM für Kulturförderung ausgegeben?
Ergebnis: Nicht untersucht, weil keine quantitativen Angaben verfügbar.

Fragestellung: Sind bei der Kostenstruktur Unterschiede zwischen geförderten und nicht geförderten Projekten erkennbar? Verleiten Projektzuschüsse womöglich zu großzügigerem Ausgabeverhalten?
...zu niedrigeren Eintrittspreisen?
...höheren Künstlerhonoraren?
...aufwändigeren Begleitmaterialien?
Ergebnis: Teilweise geklärt.

Fragestellung: Kann Kulturförderung die Schaffung neuer Kulturangebote initiieren, die sich dann langfristig jedoch ohne Zuschussbedarf "am Markt behaupten"?
Ergebnis: Ungeklärt, weil Untersuchung zu aufwändig und nur langfristig möglich wäre.

Fragestellung: Wie hoch ist der Anteil der Förderprojekte, für die ein Zuschuss existentiell ist und die ohne einen solchen nicht zustande kämen bzw. erheblich verkleinert werden müssten?
Ergebnis: Geklärt

Fragestellung: Wie vielen Projekten, denen ein Zuschuss abgelehnt wurde, gelang eine Alternativfinanzierung oder Kostenreduzierung, durch die das Projekt weitgehend uneingeschränkt durchgeführt werden konnte?
Ergebnis: Geklärt

Fragestellung: Sind aus diesen Ergebnissen konkrete Vorschläge ableitbar
- für eine Optimierung der Projektförderung?
- für eine konkrete Förderinstitution wie den Landschaftsverband?
- für den untersuchten Ausschnitt des Kulturlebens insgesamt?
Ergebnis: Teilweise geklärt

Als Defizite des Projekts muss man somit festhalten, dass

Allgemein lassen sich hieraus als Erkenntnisse ableiten: