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Der Landschaftsverband Südniedersachsen, ein Zusammenschluss der Landkreise und Städte in der Region, hat keinen hohen Bekanntheitsgrad. Eher im Stillen ist er im Laufe der letzten Jahre zu einem der wichtigsten Kulturförderer geworden. Bei den Kultureinrichtungen und -vereinen zwischen Harz und Hann. Münden, Bodenwerder und Duderstadt dürfte der Bekanntheitsgrad daher bei 100 % liegen. Alle drei Monate wird beim Landschaftsverband über die Vergabe von Fördermitteln entschieden. 420.000 Euro stehen im Jahr zur Verfügung. Der Landschaftsverband finanziert dies aus seinen Mitgliedsbeiträgen, Mitteln des Landes und einer regelmäßigen Spende der VGH Versicherungen. Die Auslese unter den eingehenden Förderanträgen ist hart, nur die Hälfte der Antragsteller erhalten eine Zusage. Nachdem nun die dritte Vergaberunde durchgeführt wurde, steht das Förderprogramm für 2010 zum größten Teil fest.
„Wir versuchen, mit unseren Förderverfahren so nah wie möglich an den Bedürfnissen der Kulturveranstalter zu bleiben“, erläutert Olaf Martin, der Geschäftsführer des Verbandes. „Das heißt zum Beispiel, dass wir ausgewählten Einrichtungen eine vierjährige Grundförderung geben. Der jährliche Zuschuss kann für die gesamte Tätigkeit des betreffenden Kulturvereins eingesetzt werden, nicht nur für ein bestimmtes Projekt.“ Der Landschaftsverband reagiert damit auf die Finanznöte von Land, Städten und Gemeinden, die sich in den letzten Jahren immer stärker aus dieser Basisförderung zurückziehen. „Wer von den Kulturanbietern erwartet, dass sie kontinuierlich ein qualitätvolles Programm organisieren, der muss ihnen auch Planungssicherheit geben“, meint Martin. Die meisten Stiftungen und Sponsoren sind zu einer solchen Förderverpflichtung nicht bereit, sie unterstützen nur einzelne Projekte. Beim Landschaftsverband wird dieses mehrjähriges Engagement „Strukturförderung“ genannt: „Wir wollen damit auch die Strukturen des regionalen Kulturlebens stabilisieren. Südniedersachsen ist stark vom Bevölkerungsschwund betroffen. Da ist es besonders wichtig, dass das Leben auch in den kleineren Städten attraktiv bleibt“, so der Geschäftsführer.
Aus Sorge um das Publikum von morgen hat der Landschaftsverband außerdem ein besonderes Förderprogramm ausgeschrieben. Hier werden mit attraktiven Konditionen Projekte gefördert, bei denen Kultur- und Bildungseinrichtungen kooperieren. Unter dem Stichwort „Kulturelle Jugendbildung“ wurden acht Projekte ausgewählt. Ebenfalls neu ist die Berufung einer eigenen Jury zur Beurteilung von Anträgen freier Theatergruppen. Auf dessen Empfehlung hin gibt der Landschaftsverband jetzt Zuschüsse für sechs neue Inszenierungen.
Neben der Vergabe von Zuschüssen betreibt der Landschaftsverband auch ein Rabattsystem für Kulturbesucher den „Kulturbonus Südniedersachsen“ und führt derzeit ein Forschungsprojekt zur Zusammensetzung des Kulturpublikums durch. Immer zum Jahreswechsel wird die Broschüre „Musik in Kirchen“ herausgegeben, ein Terminplaner für Konzerte geistlicher Musik.
Weitere Informationen zum Landschaftsverband und seiner Kulturförderung sind auf dessen Webseiten unter www.landschaftsverband.org einsehbar.
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