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Doppel-Jahresbericht für 2007 und 2008
Stand:
24.07.2009
PRESSEMITTEILUNG
Geld für die Kultur ist wichtig, aber nicht alles
Landschaftsverband legt Jahresbericht vor / seit 20 Jahren Kulturförderung
Es passt nicht zum derzeitigen Trend: Für die Kultur in Südniedersachsen ist es seit 2007 bergauf gegangen. Zumindest bei den Fördermitteln, die den Kulturveranstaltern vom Landschaftsverband zur Verfügung gestellt werden. Der Landschaftsverband ist ein Zusammenschluss der Landkreise und Städte zum Zweck der Kulturförderung. Er finanziert sich nicht nur aus den kommunalen Beiträgen, sondern erhält auch Gelder vom Land und eine regelmäßige Spende der Versicherungsgruppe Hannover (VGH). Beide haben 2008 deutlich mehr gegeben als in den Vorjahren: Vom Land fließen jetzt 227 000 Euro in die Region (bis 2007: 154 000 Euro), von der VGH kommen 204 000 Euro (davor 177 000). Der größte Teil dieser Mittel kommt den hiesigen Kulturanbietern in Form von Zuschüssen direkt zugute. Das summierte sich 2008 auf etwa 368 000 Euro. Einen kleineren Teil investiert der Landschaftsverband in Vorhaben, mit denen das Kulturleben als Ganzes vorangebracht werden soll. Ein Beispiel ist das Gutscheinheft „Kulturbonus Südniedersachsen“, mit dem man Eintrittskarten zum halben Preis bekommen kann.
Diese Informationen lassen sich dem Doppel-Jahresbericht für 2007 und 2008 entnehmen, den der Verband vor kurzem vorgelegt hat. „Über Kultur sollte man nicht nur mit Zahlen sprechen“, meint jedoch Olaf Martin, der Geschäftsführer des Landschaftsverbandes. Denn diese positiven Daten ließen auf den ersten Blick nicht erkennen, dass sich die Kultur in einer schwierigen Lage befinde. „Den Landschaftsverband gibt es jetzt seit 20 Jahren, aber die Kultur hat in diesem Zeitraum einen starken Wandel durchgemacht“, meint Martin.
Er sieht drei kritische Entwicklungen: Die Finanzkrise der Kommunen, durch die Museen, Bibliotheken und Archive in ihrer Existenz bedroht seien und für Kulturvereine erst recht kein Geld mehr da wäre. Als zweites: „Die Überalterung macht sich im Publikum bemerkbar. Der Bevölkerungsschwund ist nirgendwo in Westdeutschland so schlimm wie in Südniedersachsen“, stellt der Geschäftsführer fest. Ein kulturpolitisches Problem sei schließlich die „Festivalitis“, wie Martin es nennt. „Ein Museum zu finanzieren, damit es seine Rolle als Stadtgedächtnis ausfüllen kann, ist für viele nicht attraktiv. Events und Festivals sind bei Politikern und Sponsoren viel beliebter. Aber Kultur besteht nicht nur aus Projekten, sie braucht eine verlässliche Basis“, so Martin.
Der Landschaftsverband reagiert auf diese Entwicklungen. Er fördert nicht nur Projekte, sondern gibt Kulturvereinen auch pauschale Zuschüsse. Und um die Folgen des demografischen Wandels besser einschätzen zu können, soll jetzt untersucht werden, wie sich das Kulturpublikum genau zusammensetzt. Dazu sollen in Veranstaltungen Fragebögen verteilt und Telefonumfragen durchgeführt werden.
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